Demenzversorgung in Heimen

Karte: Lage der Heime in Oldenburg sowie Erläuterungen zu den Auswahlkriterien.

Ca. 60-80 % der Demenzkranken kommen im Verlauf ihrer Erkrankung in ein Pflegeheim. Die Entscheidung für einen Heimaufenthalt fällt in den meisten Fällen erst dann, wenn es zu Hause nicht mehr geht. Demzufolge befinden sich viele der demenziell erkrankten Menschen, die in Heimen leben, bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Erkrankung. 

Ob überhaupt und wann ein Heimaufenthalt notwendig wird, hängt wesentlich von den Möglichkeiten ab, die Pflege im sozialen Umfeld der Erkrankten zu organisieren. Aber auch wenn die Bedingungen gut und die Angehörigen fest entschlossen sind, den an Demenz erkrankten Menschen bis zu einem guten Ende zu Hause zu pflegen, müssen viele einsehen, dass sich ihre Idealvorstellungen nicht realisieren lassen. Häufige Gründe für die Entscheidung, einen demenzkranken Menschen in ein Heim zu geben, sind:

  • Überforderung oder Verhinderung der Angehörigen,
  • schwieriges, z.B. aggressives Verhalten und Widerstände bei der Pflege,
  • Fremd- und Selbstgefährdung und dadurch notwendige ständige Beaufsichtigung und Betreuung,
  • Inkontinenz,
  • Nachtaktivität,
  • Erschöpfung und/oder Erkrankung der Haupt-Pflegeperson.
Die gute Absicht, den oder die Erkrankte bis zum Tode zu Hause zu pflegen, führt leider oft dazu, dass die Entscheidung, in ein Heim zu wechseln, erst dann getroffen wird, wenn die Situation kaum noch erträglich ist und niemand mehr Zeit und Kraft hat, eine Einrichtung mit der gebotenen Sorgfalt auszuwählen, geschweige denn, die Betroffenen selbst in die Entscheidung noch einbezogen werden können. Unter Handkuss zum Einzug finden Sie den Bericht einer Tochter über den gelungenen Umzug des demenzkranken Vaters in eine gerontopsychiatrische Einrichtung. Die Erfahrungen machen Mut und zeigen, wie wichtig die sorgfältige Auswahl des Heimplatzes ist. Die Heimplatzsuche ist nicht leicht. Kaum jemand weiß, worauf es bei der Demenzversorgung ankommt und welche Bedingungen in den verschiedenen Einrichtungen geboten werden, wo es z.B. ein spezielles Demenzkonzept gibt und wie das genau aussieht. Oft orientieren sich die Entscheidungen daran, ob das Heim in der Nähe der Angehörigen liegt, vielleicht auch an den Preisen oder daran, wie ein Zimmer aussieht, in dem der/die Erkrankte untergebracht wird; dabei sind bei der Betreuung von Demenzkranken die Gemeinschaftsräume mindestens ebenso wichtig, bzw. sogar wichtiger. Unsere Checkliste für die Suche nach einem geeigneten Pflegeheimplatz für Demenzkranke finden Sie hier. In den letzten Jahren sind die Defizite bei der Demenzversorgung in Heimen erkannt und vielerorts auch angegangen worden. Kaum eine Stadt, in der es nicht eine oder mehrere stationäre Einrichtungen gibt, in denen man sich konsequent auf eine demenzgerechte Versorgung eingestellt hat. Sie weisen folgende Merkmale auf:
  • kleine, überschaubare, familienähnliche Wohngruppen (8-12 Bewohner/innen),
  • geschützte Wohnbereiche, bei denen Hauswirtschaft und Küche integriert sind,
  • freier Zugang zu einem geschützten Garten,
  • Betreuungs- und Beschäftigungsangebote, die die besonderen Bedarfe von Demenzkranken berücksichtigen,
  • im Umgang mit Demenz geschultes Personal und einen ausreichenden Präsenz-Personalschlüssel.
Das Nds. Heimgesetz vom 29. Juni 2011 führt unter § 5, Abs. 4 aus: Ein Heim darf nur betrieben werden, wenn in ihm "eine dem allgemeinen Stand der fachlichen Erkenntnisse entsprechende Qualität des Wohnens, der hauswirtschaftlichen Versorgung, der Verpflegung und der Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren ärztliche und gesundheitliche Betreuung gesichert sind ...". Bei der Demenzversorgung sind jedoch die meisten Einrichtungen erst mehr oder weniger auf dem Weg zu einer fachgerechten Versorgung der Klientel, die doch i.d.R. den Hauptanteil der Heimbewohner/innen ausmachen. Gerontopsychiatrische Facheinrichtungen sind noch selten, und die Mehrkosten für die speziellen Versorgungsbedingungen (kleine Wohngruppen, erhöhter Personalschlüssel usw.) sind durch die Bewohner/innen selbst zu tragen; die Leistungen der Pflegekasse bleiben davon unberührt. Ein erster Schritt war die Pflegereform 2008. Seitdem hat sich die Betreuungssituation für demenzkranke Menschen durch die Einstellung von Betreuungskräften nach § 87b SGB XI in allen Heimen deutlich verbessert. Da es bei den Einrichtungen jedoch große Unterschiede bei den Betreuungskonzepten gibt, sollten Sie bei der Auswahl genau hinschauen und nachfragen. Eine tabellarische Übersicht über die Heime in Oldenburg finden Sie hier. Bei den Kriterien, die uns für die Demenzversorgung wichtig erscheinen, haben wir uns vorläufig auf einige wenige beschränkt, die leicht überprüfbar sind. Es handelt sich um Angaben der Anbieter, für die wir keine Gewähr übernehmen. Sollten sich im Laufe der Zeit Änderungen ergeben haben, freuen wir uns über eine kurze Mitteilung. Heime aus der näheren Umgebung wurden in die Liste aufgenommen, wenn sie sich mindestens in einem Wohnbereich besonders auf Demenzversorgung spezialisiert haben und uns das bekannt ist. Die uns bekannten gerontopsychiatrischen Facheinrichtungen in der Umgebung von Oldenburg stehen am Ende der Auflistung. Darüber hinaus können Sie sich mit Hilfe des Pflegenavigators (AOK) einen Überblick über die Pflegeheime vor Ort verschaffen. Eine Übersicht über die Heime (einschließlich der teilstationären Tagespflegeeinrichtungen), die von der Heimaufsicht der Stadt erstellt wurde, ermöglicht einen detaillierten Kostenverleich. Die Liste finden Sie hier. Weitere Informationen zum Thema Demenzversorgung in Heimen finden Sie bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in der Broschüre Mit Demenz im Pflegeheim. Hilfreich bei der Heimplatzsuche ist auch die kostenlose Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, mit dem Titel: Auf der Suche nach der passenden Wohn- und Betreuungsform.
Alzheimer Gesellschaft Oldenburg e. V. · Lindenstraße 12 a · 26123 Oldenburg · Tel.: 0441/926 69 39 · E-Mail: info@alzheimer-oldenburg.de
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